Sehenswürdigkeiten in Algerien
   
Karte Algerien und Regionen
Algerien, Teil des afrikanischen Kontinents, im Norden vom Mittelmeer begrenzt, ist, bedingt durch Geschichte und Religion, tief mit seinen arabisch-islamischen Werten und Traditionen verwurzelt. Ein Land mit vielen Facetten, das nicht nur zahlreichen in- und ausländischen Touristen Erholung bietet, sondern seiner Spezifik und seines geographischen, klimatischen und ethnologischen Reichtums willens seit jeher namhafte Schriftsteller, Maler, Fotografen und Regisseure in seinen Bann zog, ihnen Inspiration verlieh und ihre Kreativität beflügelte.
Algerien umfasst eine Fläche von 2300000 km2, die Nord-Süd-Entfernung beträgt 1900 km. Drei Klimazonen durchziehen das Land: im Norden das mediterrane Klima mit trockenen, heißen Sommern und feuchten Wintermonaten, gefolgt vom Steppenklima über rund 300 km hinweg mit feuchten Wintern und Dürreperioden, und das Halbwüsten- und Wüstenklima im Süden. Die Sahara, die größte und unerbittlichste Wüste der Erde, bildet mithin den ausgedehntesten Teil des Landes

 

Nordalgerien

Der Norden Algeriens bietet dem kunst- und geschichtsinteressierten Besucher zahlreiche Sehenswürdigkeiten

-
Die Region um Algier (Nordalgerien)

 

Im 2. Jh. vor unserer Zeitrechnung gründeten die Phönizier einst Icosium, einen halbinselförmigen Schiffsanlegeplatz, der als Abwehrstellung gegen die vom Meer kommenden Angreifer konzipiert wurde. Später ließen sich dort die Römer, Vandalen und Byzantiner nieder. 935 Gründung der Stadt El Djazair (arabisch "die Inseln). Im 16. Jh. spanische Besatzung, 1830 Landung der Franzosen in Sidi Fredj.

Sehenswürdigkeiten

  • Bardo-Museum, reich geschmücktes Palais aus dem 18. Jh., Museum für Vor- und Frühgeschichte und Ethnographie, breit angelegte Sammlung von Fossilien, Werkzeugen und Waffen des Paleolithikums und Neolithikums, Zeugnisse der langen Geschichte Nordafrikas, Kostüme und Schmuck aus den verschiedenen Landesregionen - Constantine, Aurès, Tlemcen, Ghardaïa
  • Museum für klassische Altertümer und islamische Kunst, Sammlung seit 1846, römische Glaskunst, Mosaiken, Stickereien aus der Zeit der Türkenherrschaft, Keramiken und Holzskulpturen spanisch-maurischer Provinienz aus den 11. bis 15. Jh.
  • Armeemuseum, Dokumente, Zeichnungen, Fotos, Karten aus der Zeit zwischen 1830 bis zur Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1962.
  • Museum für Bildende Kunst mit Werken der Orientalisten, Renoirs Gemälde "Frauen von Algier" nach Delacroix, Gemälde von Fromentin, Dehodencq, Maufra, Dinet Marquet; Miniaturensammlung von Mohamed Racim (1895-1975); Skulpturensammlung
  • Kunsthandwerkmuseum, untergebracht im Palais Khadoudja; 1570, Sammlung von Teppichen und altem Schmuck
  • Die Moschee Djamaa El-Kebir (11. Jh.), die am Fischmarkt gelegene und 1660im türkischen Stil erbaute erbaute Djamaa Djedid, Djemaa Ketchaoua, 1794 als Moschee erbaut, als Kathedrale umgebaut, um 1840 im neomaurischen Stil rekonstruiert
  • Kasbah, befestigte Altstadt, am Place des Martyrs gelegen, um 1500 erbaut, ursprünglich beherbergte sie die Paläste des Deys von Algier und seiner Verwaltungen, erhalten blieb nur das Dar Aziza, das Prinzessinenpalais
  • Hafenanlage
Westlich von Algier

Tipasa
römische Ruinen, von den Phöniziern im 5.Jh. gegründet, Amphitheater, Tempel, Thermen, Basilika

Cherchell
Einige erhalten gebliebene Ruinen aus der Zeit Juba II.
Museum, Mosaiken, Statuen

Die Kabylei
Ausgedehnte ausgedehnte Wälder und Gebirgszüge, Olivenhaine und Feigenpflanzungen, nur 100 km von Algier entfernt,
Typisch für die Kabylei sind die auf Hügeln und steinigen Bergkämmen angesiedelten Dorfanlagen
Das Djurdjura-Massiv, bis zu 2000 m hoch, mit dem in 1500 m Höhe gelegenen Wintersportsportzentrum Tikjda, Hotelanlagen

 

Der Osten Algeriens

Constantine und Umgebung
Von den Phöniziern gegründet, unter dem Einfluss von Karthago (punische Stelen von El-Hofra), Hauptstadt der numidischen Prinzen, von den Römern erobert, Herrschaft der Byzantiner, Invasion der Vandalen, Eroberung durch die Araber, Sitz eines türkischen Stadthalters, sind nur einige Stichworte, die das antike Cirta geprägt haben

.

Constantin 

Zu den archäologischen Sehenswürdigkeiten zählen:

  • Timgad, rund 40 km östlich von Batna gelegen, 100 n.Chr. als römische Kolonie gegründet, im 3. Jh. eine der bedeutendsten Städte Numidiens, Forum, mehrere Tempel, Termen und Theater; von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt
  • Djemila, das antike Cuiculum, eine der bekanntesten archäologischen Stätten Algeriens, ehemals berberisch-römische Handelsstadt, Spuren eines Tempels, Triumphbogen des Caracalla, reiche Ornamentik
  • Tiddis, 30 km nordwestlich von Constantine, an einer Schlucht gelegen, birgt Reste einer ehemaligen Stadtanlage
  • Mila, 540 erbaut, Reste einer Stadtmauer erhalten
  • Das Archäologische Museum
  • Sammlungen punischer, libyscher, numidischer Funde, Stelen
  • Sehenswürdigkeiten arabisch-islamischer Kunst
  • Kasbah, Moschee Sidi-El-Kettani, Moschee Djemaa El-Kebir
  • Die Rhummel-Schlucht
  • Der heute nicht mehr begehbare Viadukt Sidi-Rached
  • Sidi M'Cid mit seinen wunderschönen Gartenanlagen
  • Das Hamma-Tal, der Djebel Chettaba
  • Dolmen und Megalithen
  • Roknia, Djebel Mazala, Ouled Rahmoun, Djebel Ksaibi

Annaba und Umgegend

Ehemals Hippo Regius, Massinissas Residenz, 393 Sitz des großen Konzils, gehörte einst zu den wichtigsten Stätten christlicher Kultur (durch das Episkopat des hl. Augustinus von 395 - 430)
Vom Edough-Massiv in ein Tal eingeschlossen, ausgedehnte Strände

Zu den Archäologische Sehenswürdigkeiten gehören
  • Hippone, Reste eines Theaters, eines Aquäduktes, eines Marktes, der Thermen, Mosaikböden
  • Archäologisches Museum
    Zahlreiche Mosaiken, Münzen, Statuen, Tongeschirr
    Basilika des Hl. Augustinus im arabisch-byzantischen Stil, der Kathedrale von Karthago nachempfunden

Basilika des Hl. Augustinus

 

 


Sehenswürdigkeiten arabisch-islamischer Kunst

Kasbah, Moschee Abou Merouane (10. Jh.), Moschee Sidi Khelif, Moschee El Bey, Mausoleum Brahim Ben Toumi, zahlreiche Hammams

Sehenswürdigkeiten in der Region
  • Announa, 22 km südwestlich von Guelma, Ruinen von Thibilis
  • Chetaibi, Römische Fontäne, malerischer Hafen
  • El-Kala, Naturschutzgebiet, romantische Strände, Korallenzucht, Tauchsport
  • Guelma, römische Stadt auf einer antiken Berberstadt errichtet, Reste von Thermen, römisches Theater
  • Lac Fezzara, See, aus dem Tertiär, 6 Millionen Jahre alt, mit einmaliger Flora und Fauna
  • Seraidi, Perle des Edough, ausgedehnte Wälder und Strände
  • Souk-Ahras, Geburtsstadt des Hl. Augustinus

 

Der Westen Algeriens
Oran und Umgebung

903 von andalusischen Arabern gegründet, 300 Jahre lang von Spaniern besetzt (1509 Expedition von Pedro Navarro),
Zweiter Hafen Algeriens

 

Oran

Sehenswürdigkeiten arabisch-islamischer Kunst
  • Die Moscheen Pacha Sidi El Houari (18. Jh., türkischer Einfluss)
  • Die Kasbah, arabisch-spanischer Einfluss
  • Das Demaeght-Museum, prähistorische Sammlungen mit paläontologischen und neolithischen Funden
  • Die Festung Santa Cruz auf dem 400 m hohen Murdjadjo, spanische Architektur aus dem 16. Jahrhundert mit Blick auf die Stadt und Küste
  • Die Festung Lamounne aus dem Jahre 1742, spanischer Prägung

Themen
Almoraviden-Moschee, El-Kebir-Moschee, Moschee Sidi Bel Hassan (1296), Grotten, Quellen,

 

Der Süden Algeriens und die Sahara
Die Sahara, arabisch leeres Land, bietet neben unendlicher Weite unendliche Schönheit, die Abenteuer verspricht, aber auch, und vor allem, Besinnung gebietet. Auch die poetischsten Worte vermögen kaum die Vielfalt der Landschaften und ihrer Bewohner zu beschreiben. Wer einmal in ihren Zauber geriet, bleibt ewig darin gefangen.
  • Bou-Saada, erste Oase auf dem Weg nach Süden, 250 km von Algier entfernt
  • Biskra, seit den Römern Garnisionsstadt, Tor zur Wüste, ausgedehnte Palmenhaine, im 19. Jh. erste Oase der Städter, berühmt für ihr Hammam, ihr Thermalbad
  • El Oued, Stadt der 100 Kuppeln, 650 km von Algier entfernt, einmalige Architektur, Museum, Ausstellung über Fauna und Geologie der Region, berühmt für ihre Datteln
  • Touggourt, mitten im großen östlichen Erg gelegen, beeindruckende Dünenlandschaft, von unterirdischen warmen Quellen durchzogen, Moschee Djemaa Souani, 17. Jh., Djamaa Si El Hadj, 1431
  • Ouargla, 160 km von Touggourt entfernt, Saharamuseum, Kunsthandwerk der verschiedenen Wüstenregionen, prähistorische Exponate, Wandmalerei, Steinwerkzeuge
  • M'Zab, Name einer Region und eines - größtenteils unterirdischen Flusslaufes, und mit Ghardaia, einer Gruppe von fünf Städten (Pentapolis): Ghardaia, die größte, 1053 gegründet, Melika, Beni Isguen, Bou Noura, El Atteuf, beeindruckende Architektur
  • Timimoun, auf einem Plateau am Fuße des westlichen Erg gelegen, Häuser aus rotem Lehm, daher Timimoun die Rote, ausgedehnte Palmenhaine und Gärten

Der große Süden

  • Hoggar: einzigartige Kulisse unvergänglicher Natur
  • In Salah, ehemals wichtigster Umschlagplatz von Westen nach Osten, interessante Anlagen unterirdischer Wassersammelanlagen
  • Tamanrasset, 1400 m hoch gelegen, sehr heiß im Sommer, sehr kalt im Winter, idealer Ausgangspunkt zur Erkundung des Hoggar, Lebensraum der Tuareg
  • Thermalquelle Adriane, Gueltas von Imlaoulaouene und Afilale,
  • Kunstgewerbemuseum, Waffen, Lederwaren, Schmuck der Tuareg, Kamel- und Ziegenmarkt
  • Mausoleum von Pater Charles de Foucauld, der hier lebte, und Dichtungen der Tuareg zusammentrug und übersetzte
  • Felsmalereien im Tassili n'Ajjer (tassili bedeutet mit Abgründen und Schluchten durchzogenes Plateau)

© 2005 - Algerische Botschaft in Wien - Kontakt